Danke 2017 – Willkommen 2018!

Ein weiteres Jahr geht allmählich zu Ende und ich sehne mich nach den schönen und stillen Momenten des bevorstehenden Winters und seiner Einladung zur Rückschau, zum Bilanz ziehen und zum Träumen, der ich gerne nachkomme.

Die Auftritte des Jahres 2017 waren für mich mit einer großen Weiterentwicklung verbunden. Was mit offenen Bühnen begann, führte in diesem Jahr immer häufiger hin zu Vorprogrammen und Doppelkonzerten und ersten Konzertanfragen für mein Liedermacherprogramm.
Das bestärkt mich darin, an meinen Träumen festzuhalten und den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen.

Neben intensiven, musikalischen Momenten waren es vor allem die zwischenmenschlichen Begegnungen mit Zuhörern, Veranstaltern, Presse und Kollegen, die für die schönsten Erinnerungen in diesem Jahr sorgten und ohne die dies alles nicht möglich gewesen wäre. Danke dafür! 🙂
Wenn man alle 1-2 Jahre an einen Veranstaltungsort zurückkehrt, fühlt sich das ein wenig an, als ob man einen entfernten Teil der Familie endlich mal wiedersieht. Und so freue ich mich schon jetzt darauf, wenn es im Frühjahr mit Konzerten weitergeht und ich einige Bühnen in Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg, Berlin und Thüringen wieder besuchen werde, die ich bereits kenne. Aber auch neue Veranstaltungsorte gilt es im nächsten Jahr zu entdecken.

Die letzte Gelegenheit, mich 2017 nochmal live zu hören, wird am Sonntag, den 10.12.2017, ab 17:00 Uhr, in Hanau, Hintergasse 8, in Christels Scheune sein. „Christel’s Scheune“ ist so ein Ort, zu dem ich gerne zurückkehre. Ich habe die Bühne durch eine OpenStage-Veranstaltung kennengelernt und konnte dort bereits im letzten Jahr ein Doppelkonzert mit Biber Herrmann spielen. Auch in diesem Jahr werden Biber und ich uns den Abend teilen. Und diesmal wird auch unsere Freundin Sue Ferrers mit ihrer Nyckelharpa als Special Guest dabei sein, was dem stimmungsvollen Programm eine weitere Farbe hinzufügen wird.

Ich freue mich auf diese letzte musikalische Begegnung in 2017 und wünsche euch allen beschauliche und schöne Feiertage, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Aus dem Leben eines Songs

Draußen fallen immer mehr braune Blätter von den Bäumen und damit ist es unübersehbar Herbst geworden. Eine tolle Jahreszeit, wie ich finde!

Neben schönen Spaziergängen in den buntgefärbten Hunsrücker Wäldern steht vor allem eines in nächster Zeit auf meinem Plan: Songwriting.
Ein neuer Song (noch ohne Titel) ist gerade mitten im Entstehen und da der Text schon fertig ist, konzentriere ich mich nun auf die Musik. Bis ich die Begleitung am Klavier wirklich ausgearbeitet habe, wird noch ein wenig Zeit vergehen und nach einer gewissen Übephase wird dann, vermutlich gg. Ende des Jahres, der Zeitpunkt kommen, an dem der Song das erste Mal Bühnenluft schnuppern wird.
Das ist ein wirklich aufregender Moment im Lebenszyklus eines Songs. Und wer denkt, dass ein Lied damit fertig ist, der irrt. Tatsächlich reift ein Song (ähnlich wie ein Künstler) auch erst im Rampenlicht. Erst vor Publikum zeigt sich, ob es Längen gibt, was verstanden wird und was nicht, was das Lied für eine Einbettung braucht (z.B. durch die Ansage), ob es die beabsichtigte Stimmung / Bilder auch erzeugt usw. In dieser Phase befindet sich z.B. mein Song „Babbel-Bärbel“, der nach den ersten Auftritten vor Publikum einige Federn in Form einer kompletten Strophe lassen musste.
Ein neues Stück bringt bei den ersten Auftritten automatisch eine anfängliche Unsicherheit, weshalb ich keinen Künstler kennen, der diese Augenblicke wirklich mag. Aber gleichzeitig schenkt einem diese „Un-Routiniertheit“ ein hohes Maß an Konzentration und damit auch Intensität und Unverfälschtheit, die eine ganz eigene Atmosphäre erzeugen kann. Mit zunehmender Routine beginnt das Lied dann aber auch mehr zu atmen, mehr Raum für Ausdruck zu lassen und sich beim Spielen in Details zu verändern. Erst damit ist es für mich an dem Punkt, auch aufgenommen werden zu können, was die Entstehung einer CD zu einer längeren Reise werden lässt.

Wer mich mal wieder live hören möchte, der hat bis zum Ende des Jahres noch an vier Terminen die Chance dazu:
Ich spiele am 10. November ab 20:00 Uhr einen Kurzauftritt im Theater in der Kurve, 67434 Neustadt an der Weinstraße
Am 12. November bin ich ab 19:00 Uhr als Vorprogramm für Biber Herrmannn und Tilmann Höhn im Salon in 65344 Eltville-Martinsthal zu hören.
Am 1. Dezember spiele ich einen Kurzauftritt in der Kultpassage in 76870 Kandel
Und am 10. Dezember gibt es ein Doppelkonzert mit Biber Herrmann in Christel’s Scheune in 63457 Hanau

Ich wünsche euch einen goldenen Herbst und freue mich auf ein Wiedersehen bei einem meiner Konzerte!

Drei Frauen im Park

Letztes Jahr entstand bei mir der Gedanke, eine kleine Veranstaltungsreihe durchzuführen, bei der ich jeweils zwei weibliche Singer-Songwriterinnen bzw. Liedermacherinnen zu mir auf die Bühne einladen wollte. Die Veranstalterin der Bad Camberger Kurkonzerte „Sommer im Park“, Birgit Weyers, war von der Idee sofort begeistert und so begann ich mit der Planung.
Meine Wahl für den ersten Termin fiel auf Lea Radermacher und Enkhtuya Jambaldorj.

Lea Radermacher ist eine 19jährige Singer-Songwriterin aus Ingelheim, die mit der Gitarre in ihren eigenen, englischsprachigen Songs von der Liebe, dem Leben und dem Wunsch, den eigenen Weg zu finden, erzählt. Ich kenne sie schon von verschiedenen anderen Veranstaltungen, u.a. dem Idsteiner Jazz-Festival, bei dem sie die Veranstaltung eröffnet hat und ich weiß, dass sie ihre Zuhörer mit ihrer frischen Energie fesselt.
Die aus den Tiefen der Mongolei stammende Künstlerin Enkhtuya Jambaldorj nimmt ihr Publikum mit auf eine faszinierende Reise in das Reich der exotischen Klänge. Mit Gesang und auf landestypischen Instrumenten wie der Shudraga (Langhalslaute), Morin Khuur (Pferdekopfgeige), Yatga (Wölbbrettzither) vollzieht sie einen Streifzug durch die traditionelle zentralasiatische Folklore (Mongolei, Nordchina, Burjatien) und lässt dabei zugleich experimentelle Einflüsse aus der zeitgenössischen Weltmusik nicht aus.
Zusammen mit meinen eigenen, deutschsprachigen Liedern am Klavier ergibt sich ein dreigeteilter Konzertabend mit einer abwechslungsreichen, interkulturellen und genreübergreifenden Mischung, die in dieser Form sicherlich nicht häufig anzutreffen ist.

Und tatsächlich hat sich schon in dieser Anfangsphase ein weiterer Veranstalter gefunden, so dass sich die anfangs geplante lose Verbindung in Zukunft zu einem festen Projekt entwickeln könnte. Man darf gespannt sein…

Wer die „Drei Frauen“ im Kurpark von Bad Camberg erleben möchte, der ist am 12.Juli ab 19:30 Uhr herzlich willkommen. Bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung im Kurhaus stattfinden.

Neben „Drei Frauen im Park“ werde ich am 2. August, ebenfalls ab 19:30 Uhr, mit meinem kompletten Programm noch einmal im Bad Camberger Kurpark bei „Sommer im Park“ zu hören sein. Wie bereits im letzten Jahr wird mich dabei Biber Herrmann als Special Guest und virtuose Bereicherung begleiten.
Über euer Kommen würde ich mich sehr freuen und wünsche einen schönen Sommer!

Spontaner Spaß

Die letzte Zeit stand ganz im Zeichen spontaner Auftritte. Spontane Auftritte? Ja, die gibt es. Ich hatte gerade den Auftritt als Vorprogramm für Biber Herrmann im Karlsruher “Jubez” gespielt, als ich einen Anruf erhielt, dass bei der freien Bühne Landau jemand ausgefallen sei und ob ich einspringen wolle. Also legte ich in Landau noch einen Zwischenstopp ein, und vor vollem “Haus am Westbahnhof” hatten wir alle einen tollen Konzertabend. Bei der nächsten Gelegenheit wollte ich eigentlich nur als Zuhörerin und Begleiterin von Biber bei Ulrike Neradts “Bunte Runde” im wunderschönen Salontheater in Taunusstein zugegen sein. Bei Ulrike Neradts Veranstaltung im Martinsthaler KiK hatte ich ja bereits bei zwei Veranstaltungen gespielt. Im Salontheater dann lud mich Ulli Neradt ein, eine spontane Einlage zu geben und so spielte ich “Kühe mampfen Gras” als Abschluss von Biber’s Set. Später teilten wir, Ulrike Neradt, Ali Neander, Sabine Fischmann und Biber Herrmann für eine Zugabe die Bühne. Die Künstler-Welt kann wirklich manchmal sehr überraschende Momente offen halten und ich freue mich darüber, immer wieder Teil von ihr zu sein.

Am Sonntag gebe ich noch ein Solo-Konzert im Yoga-Studio von Tina Huber in Bad Schwalbach, danach geht es eine Woche auf Tour mit Biber Herrmann. In den für mich ausnahmslos neuen Locations spiele ich entweder ein kleines Set im Vorprogramm oder begleite Biber als “Special Guest” mit Zweitstimme.

Hier findet ihr die Termine:

Solokonzert:
Sonntag, 19. März, 12:30 Uhr – Yoga-Studio „Inner Smile“ in 65307 Bad Schwalbach

Backing-Vocals für Biber Herrmann:
Montag, 20. März, 19:30 Uhr – Brauners Blues Corner im Brunnenhof, 54290 Trier
Dienstag, 21. März, 20:00 Uhr – Gitarrissimo im Gdanska, 46045 Oberhausen

Support mit Solo-Vorprogramm für Biber Herrmann:
Mittwoch, 22. März, 20:00 Uhr – Tragödchen im Buch-Café Peter & Paula, 40878 Ratingen
Freitag, 24. März, 19:00 Uhr – Friedenskirche, 47799 Krefeld

Ein Kreis schließt sich

Manchmal ist es schön, Träume aus der Kindheit wieder auszugraben. Als Kind und Jugendliche spielte ich nicht nur Klavier, sondern auch Saxophon. Um genau zu sein, habe ich mit Klarinette angefangen (B und Eb), um dann nach einigen Jahren zum Altsaxophon zu wechseln. Als ich nach über 20 Jahren Musikpause wieder mit Klavier begonnen habe, hätte ich niemals erwartet, dass auch die Liebe für das Saxophon zurückkommen würde, aber genau das ist passiert.

Mit dem Sopran-Saxophon im Salon, Eltville, 2016

Man sagt, dass man Fahrradfahren nicht wieder verlernt und zu meiner großen Überraschung konnte ich feststellen, dass noch sehr viel vom Saxophonspielen in meiner Erinnerung geblieben ist, auch wenn natürlich Übung und Geläufigkeit fehlen. Nun habe ich mir ein Sopran-Saxophon zugelegt und das bringt seine ganz eigene Herausforderungen mit sich, belohnt aber mit einem wunderschönen Klang irgendwo zwischen Saxophon, Oboe und Schlangenbeschwörer-Flöte.
Es ist ein tolles Gefühl, an diesen alten Faden aus der Kindheit wieder anzuknüpfen und deshalb habe ich sogar wieder nach Unterricht gesucht und bin bei Traute Mittlmeier im Rheingau fündig geworden. Außerdem habe ich mir nicht die Chance entgehen lassen, das Saxophon in einem gemeinsamen Song mit Biber Herrmann und und der Sängerin Claudia Beck zumindest kurz einsetzen zu können. Die erste Premiere davon gab es bereits im Salon in Eltville und ich freue mich schon sehr darauf, bei den kommenden Neujahrskonzerten im Januar im Gensfleischhaus in Eltville nochmal spielen zu können.

Wer nicht nur unsere dreistimmigen Stücke mit Saxophoneinlage erleben möchte, sondern auch Biber Herrmann in der Band mit Wolfgang Stamm und Gerhard Gänsler, sowie die Singer-Songwriter Wolf-Schubert-K, Lea Radermacher und Kathrin Kempf, der hat an den folgenden Terminen bei den Neujahrskonzerten von Biber Herrmann die Gelegenheit dazu:
Samstag, den 14. Januar, 20:00 Uhr
Freitag, den 20 Januar, 20:00 Uhr
Samstag, den 21. Januar, 20:00 Uhr
Sonntag, den 22. Januar, 18:00 Uhr
Tickets gibt es bei office@biber-herrmann.de, Tel. 0160/94478743 oder in der Bücherstube Lauer in der Fußgängerzone Eltville, Tel. 06123/61118.

Ich wünsche euch eine schöne, geruhsame Weihnachtszeit und einen guten Wechsel in ein freudvolles Jahr 2017!

Kühe mampfen Gras

Anja Sachs - Kühe mampfen Gras

Die vielen Nachfragen zum Lied „Kühe mampfen Gras“ bei meinen letzten Auftritten haben mich sehr gefreut, deswegen habe ich eure Anregung aufgegriffen und die „mampfenden Kühe“ in einer lustigen Wohnzimmer-Session mit Biber zusammen aufgenommen. Den Song werde ich als kleines Dankeschön meinen bestehenden und zukünftigen Newsletter-Abonnenten zukommen lassen.

Anja Sachs - Kühe mampfen Gras

Foto: Volker Moser

 

Zum Jahresende wird es ein wenig ruhiger, was Auftritte angeht, so dass ich wieder mehr Zeit fürs Songschreiben und das Studio haben werde, auf mein letztes Jahres-Highlight von 2016 möchte ich euch aber jetzt schon hinweisen:
Ich werde am 11. Dezember ein Doppelkonzert mit Biber Herrmann in Hanau spielen. Der Veranstaltungsort „Christel’s Scheune“ ist eine sehr stimmungsvolle Bühne mit gemütlich-warmer Atmosphäre und wer einen großen Ausschnitt meines Programms erleben möchte, der sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen! 🙂 Da die Platzanzahl begrenzt ist, kann ich nur empfehlen, sich bei Interesse möglichst frühzeitig um Karten zu kümmern:
http://christels-scheune.de

Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, mich als Begleitstimme im Konzert von Biber Herrmann am 5.Dezember im JUKZ – Haus der Generationen in 56112 Lahnstein um 20:00 Uhr zu hören.

Einen schönen Herbst wünsche ich euch!

Was inspiriert mich?

Jeder Künstler hat vermutlich seine ganz eigene Erfahrung damit, was ihn inspiriert. Mich erfasst die Inspiration manchmal völlig unerwartet. Sie kommt vielleicht als ein Stückchen Melodie, oder als eine Textzeile, die dann in meinem Kopf an Gestalt gewinnt. Allerdings bin ich immer für mich alleine, wenn sie vorbeischaut, mache vielleicht gerade einen Waldspaziergang oder sitze gemütlich zuhause. Sie kommt also immer fern ab von jeglichem Trubel. Dann heißt es, eine Entscheidung zu treffen: lasse ich dieses anfangs flüchtige und fragile Fitzelchen von Idee liegen, oder hebe ich es gleich auf und mache mich an die „Arbeit“?
Entscheide ich mich dafür, das Stückchen aufzugreifen, dann setze ich mich sofort hin, um möglichst schnell eine Rohfassung der Idee zu Papier zu bringen oder eine Melodie aufzunehmen, und sei es nur auf dem Handy. Denn so intensiv die Begegnung mit der Inspiration auch in dem Moment erscheinen mag, sie kann kurze Zeit darauf wieder verschwunden sein und mit ihr die gerade entstandene Idee.

Das spätere Ausfeilen der Idee, textlich oder am Klavier, braucht dann zwar viel mehr Zeit, aber wichtig ist es, die Grundidee erst einmal festzuhalten. Danach kann das Stück weiter wachsen und das passiert sogar oft im Unterbewusstsein, beim Autofahren oder Einkaufen. Man ist sozusagen „schwanger“ mit der Idee. Während dieser Phase nimmt das entstehende Lied deshalb viel Raum in meinem Geist ein. Weitere Inspirationen zu neuen Stücken kommen bei mir meist dann erst wieder, wenn ein Song fertig ist und ich ihn nur noch zu üben brauche.

Und wie entstehen die Melodien im eigenen Kopf?
Im Laufe des Lebens füllt sich bei jedem Menschen eine Art „innerer Musik-Topf“, gespeist aus allen Musikstücken, die man jemals gehört hat, insbesondere jenen, die einen emotional berühren und denen man sich verbunden fühlt. Keith Richards, Gitarrist der Rolling Stones, sagte nicht umsonst:

„You better be aware of what you hear because it’s gonna show in your songs“

Frei übersetzt: „Achte darauf, was Du hörst; es wird sich in Deinen Songs zeigen.“
Zum anderen speist sich die Musik aus den Erfahrungen und Fertigkeiten mit dem Musikinstrument, die ein jeder in unterschiedlichem Maße erworben hat.
Das klingt vielleicht etwas „luftig“, aber es passt zu der Antwort, die Keith Richards auf die Frage „Wie schreibt ihr eigentlich eure Songs“ gab:

„Songs are surrounding us. We just grab into the air and write them down.“

Keith Richard’s Bild, die Songs seien bereits da, man müsse sie sich nur noch aus der Luft schnappen und niederschreiben, spiegelt sich auch in meiner eigenen schamanischen Erfahrung der Inspiration wieder.
Ich sehe sie als eine Art Quelle, ein „Loch“ im Boden, mit großen Steinen ebenerdig umrandet, aus dem ein unermesslicher und unaufhörlicher Inspirationsstrom aus der Tiefe in einem riesigen „Wirbelkörper“ nach oben steigt. Wer sich an den Rand dieses Kreativitäts-Wirbelsturms begibt und sich dafür öffnet, kann Ströme davon aufnehmen und in seine ganz eigene Kunst übersetzen. Und diese „Übersetzung“ ist eine zutiefst Persönliche. Derselbe Strom würde von einem anderen Menschen auch anders wahrgenommen, als auch ganz anders „übersetzt“ werden – sowohl textlich, als auch in Melodie und Musik. Deswegen ist es kein Problem, ein Thema, welches sich schon in Hunderten von Liedern wieder findet, noch einmal aufzugreifen. Jeder Künstler findet eine andere Melodie und andere Bilder und Worte, um das Thema so auszudrücken, wie es durch ihn hindurch möchte. Manche wählen völlig andere Kunstformen, um ein und dasselbe Thema auszudrücken, z.B. als Gemälde, als Plastik usw.

Quelle

Es ist ein besonderes Gefühl, manchmal eine Idee in dieser „universellen Quelle“ erspähen und daraus etwas formen zu können. Ich fühle mich dann verbunden mit etwas Größerem als dem eigenen selbst. Und der Prozess ist mit nüchternen Worten kaum zu beschreiben. Es hat etwas mysteriöses und ebenso beglückendes an sich.
Bob Dylan schwieg einen Moment, als er die Frage gestellt bekam, woher seine Songs denn kommen. Dann sagte er:

„I stare into the mist and try to get in touch with that wellspring of creativity. And from there they come to be with me“.

(Ich starre in den Nebel und versuche, mit der universellen Quelle der Kreativität in Berührung zu kommen. Und von dort kommen die Songs und begleiten mich.)


Dieser Text gehört zur Blogparade „Was inspiriert Dich?“ des Netzwerks Ariadne und wird Teil eines eBooks. Kulturschaffende Kolleginnen und Kollegen aus dem Raum Wiesbaden, die noch bis zum 31. Oktober 2016 bei der Aktion mitmachen wollen, finden die Teilnahmebedingungen unter https://netzwerkariadne.wordpress.com/2016/08/22/ein-ebook-zum-geburtstag

Im Studio bei Peter Finger

Nachdem ich mich mehrere Wochen sehr intensiv auf mein erstes Solokonzert in Bad Camberg vorbereitet hatte und dieses nun mit einer so überwältigenden Resonanz vorbei ist, habe ich wieder Zeit, mich auch dem Thema Studiotechnik zu widmen.
Dabei ist u.a. das Mikrofonieren akustischer Gitarren ein Bereich, der mich stark interessiert und so lag der Gedanke nahe, in der “Zentrale der deutschen Akustik-Szene”, bei Peter Finger im Lutherhaus Osnabrück, der Heimat von Acoustic Music Records, nach einem Praktikum anzufragen. Peter ist nicht nur ein Meister der akustischen Gitarre mit Weltruf, sondern auch Produzent zahlreicher Gitarren-Alben, die in seinem Studio aufgenommen und von seinem Label aus in den Handel kommen. Ich habe ihn durch zwei Besuche im Lutherhaus in Osnabrück, zuletzt bei einem Auftritt mit Biber Herrmann zum 10-jährigen Bestehen des Hauses, kennengelernt und bei dieser Gelegenheit gefragt, ob ich nicht vielleicht bei einer der nächsten Gitarren-Produktionen assistieren könne. Er nannte mir einige mögliche Termine und so kam ich zu der Studio-Anwesenheit von „Erick Manana & Dama“ dazu, einem Gitarrenduo aus Madagaskar, die auch bei der renommierten Acoustic Guitar Night kommenden November mit von der Partie sein werden. Von der Einrichtung der Mikrofone und sogar bis hin zur Aufnahme der Songs wurde ich in die Abläufe involviert. Überflüssig zu erwähnen, wie lehrreich und interessant das Praktikum war, denn wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, einem solchen Profi wie Peter Finger nicht nur bei der Arbeit zuzuschauen, sondern auch noch Löcher in den Bauch fragen zu dürfen?! 😀

Die Zeit verging viel zu schnell und mit einer großen Menge Eindrücke und einem nicht minder großen Technik-Wunschzettel kam ich wieder zurück ins eigene Heimstudio, wo ich in den darauf folgenden Tagen viele der gesehenen Einzelheiten in meinen eigenen Workflow integrieren konnte.

Ich freu mich jetzt schon auf’s nächste Mal! 😀

Meilenstein erreicht

Ein halbes Jahr habe ich auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet und dann stand er vor der Tür. Die Rede ist von meinem ersten Solokonzert.
Zwei mal begleitete ich gesanglich die Auftritte von Biber Herrmann in Bad Camberg, zuletzt im November 2015. So entstand bei der Veranstalterin Birgit Weyers die Idee eines Solokonzertes von mir im Rahmen der Kurkonzertreihe „Sommer im Park“, nachdem sie dann auch meine Demo-CD gehört hatte.
Auch wenn ich Zweifel hatte, ob ich bis dahin genügend eigenes Material zusammen haben würde, habe ich schließlich zugesagt. Über ein halbes Jahr hatte ich noch Zeit, für mein Solokonzert bei sog. “offenen Bühnen” oder als fester Programmpunkt bei Veranstaltungen mit verschiedenen Künstlern weitere Bühnenerfahrung zu sammeln. Noch drei weitere Songs schrieb ich in der Zeit und studierte sie ein. Dazu kamen ein paar zusätzlichen Stücke, bei denen mich Biber als mein Special Guest begleiten würde – so sollte es möglich sein, eine komplette Konzertstunde zu füllen.
Am 27. Juli, um 19:30 Uhr, fand im Kurpark Bad Camberg dann bei schönem Wetter mein erstes, eigenes Konzert statt. Ich war sehr nervös, aber es lief seeeehr gut! 🙂 Die Atmosphäre war viel dichter, als ich das von einer OpenAir-Veranstaltung erwartet hatte; die ca. 150 Leute im Publikum lauschten aufmerksam der Musik. Mit Standing Ovations am Ende hätte ich niemals gerechnet und das hat mich so berührt, dass mir fast die Tränen gekommen wären.
Das erste Solokonzert ist für einen Künstler ein großer Meilenstein, und eine solch schöne Resonanz belohnt für alle Mühen und Zweifel, die den eigenen Weg neben den schönen Momenten so begleiten.

Hier ein paar Fotos vom Konzert:

Für den September hab ich zwei Auftritte auf offenen Bühnen geplant (Landau am 9.9. und Mörfelden-Waldorf am 30.9.), bevor dann im weiteren Verlauf des Jahres noch zwei Vorprogramme und ein komplettes Set im Doppelkonzert auf mich warten. Es geht weiter… und ich freu mich auf euch bei den nächsten Konzerten. 🙂

Straßenmusik in Prag

Es gibt etwas, um das ich jeden Gitarristen beneide: er kann sein Instrument überall hin mitnehmen. Und kann deshalb überall spielen – auch auf der Straße. Mit dem Klavier ist das definitv schwieriger, von daher begrüße ich den Trend, dass auf öffentlichen Plätzen immer wieder mal Klaviere für jedermann auftauchen, wie z.B. vor ein paar Tagen bei meinem Urlaub. In Prag. 🙂

In der Prager Altstadt, am Jan-Palach-Platz, vor der Philosophischen Fakultät und gleich neben dem Rudolfinum, in dem die tschechische Philharmonie beheimatet ist, stand ein solches Straßen-Klavier und ich konnte nicht widerstehen, ließ mich auf dem festgeketteten Garten-Klappstuhl nieder und legte los, während die Altehrwürdigen Bach, Beethoven und Dvorak von ihren nahestehenden Steinsockeln auf mich herunter schauten. 😉

Es ist ein ungewohntes Gefühl, an der Straße zu sitzen und zu spielen und zu singen; aber es schmeckt auch nach Freiheit und Abenteuer. Den Pragern und asiatischen Touristen schienen die deutschen Lieder zu gefallen und so hatten wir alle unseren Spaß. 😀

Wer ebenfalls in den Genuss eines Outdoor-Auftritts kommen möchte, der hat in nächster Zeit zwei Möglichkeiten:

Am 27. Juli werde ich ab 19:30 Uhr im Kurpark in 65520 Bad Camberg, beim „Sommer im Park“, mein allererstes komplettes Solokonzert spielen. Sollte der Sommer nicht mitspielen, so findet das ganze im Kurhaus statt. Zu hören gibt es einen Querschnitt von allem, mit dem ich auf der Bühne unterwegs bin; also alle meine eigenen Songs am Klavier, ein acapella-Gesangsstück und einige Titel, bei denen mich Biber Herrmann an der Gitarre begleiten wird.

Am 4. August, ab 20:00 Uhr, auf der Brunnenwiese im Schlosspark des Oberen Schlosses in Siegen werde ich mit einem kurzen Auftritt bei „Kunst gegen Bares in Siegen“ mitmischen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sommer und bis bald!